Licht, das nachts vom Himmel fällt, ist das schönste Licht der Welt!

Sternkarte_SommerSo schnell geht’s und die Nächte werden wieder länger. Von Osten her rückt das Lichtband der Milchstraße und legt sich in Süd/Nord-Richtung quer über den Himmel. Auf unserer elliptischen Erdenreise durchs All erreichen wir am 4.7. den sonnenfernsten Punkt des Weges – mitten im Sommer. Maßgebend für die Jahreszeiten ist nämlich nicht diese Distanz, sondern die Schrägstellung der Erdachse zur Sonne. Am 4.7. befindet sich der Mond in seiner Neumond- und in seiner Vollmondstellung dann am 19. Juli. Frei sichtbare Planetenbesuche plant der Mond am Abend des 9.7. bei Jupiter im Sternbild Löwen und am 23.7. gegen Mitternacht bei Mars und Saturn, zu denen sich der rötlich granatrot funkelnde Stern Antares im Sternbild Skorpion hinzu gesellt.

Herkules und Drache, sowie die Kleine Bärin stehen kurz vor Mitternacht im Zenit. Südlich davon strahlt das sog. Sommerdreieck, bestehend aus Wega (Sternbild Leier), Deneb (Schwan) und Atair (Adler). Es sind drei ganz besondere Sterne:

Von Wega trennen uns 25 Lichtjahre. Sie ist doppelt so groß wie die Sonne und 37-mal leuchtkräftiger. Wega rotiert 50-mal schneller als unser Mutterstern und gleicht deshalb eher einem mittig verdickten Kürbis als einer Kugel. Bis zu Deneb sind es etwa 1600 Lichtjahre. Dass dieser Stern uns dennoch so hell erscheint, verdankt er seiner Größe (200 Sonnendurchmesser), Masse (20-mal so schwer) und Leuchtkraft (60 000 mal die Sonne). Atair, 16 Lichtjahre entfernt, ist 1,7 mal so groß wie die Sonne und 11-mal leuchtkräftiger. Auch Atair rotiert mit 7 Stunden überaus schnell und ist ähnlich verformt wie Wega.

Ums Sommerdreieck ranken sich allerlei Sagen, z.B. in China: Eine Himmelsfee heiratete einen Kuhhirten. Der darüber erzürnte Himmelskaiser verbannte die beiden an den Himmel und trennte sie durch einen breiten Fluss. Nur einmal im Jahr dürfen sich die beiden über eine von Vögeln gebildete Brücke besuchen. Das geschieht am 7. Tag des 7. Mondmonats und wird als abendliches Fest gefeiert. Der Nachthimmel zeigt dazu den Kuhhirten (Atair), die Fee (Wega), die Brücke (Deneb und Umgebung) und den Fluss (Milchstraße). Falls es zum Fest aber regnet, sind es Freudentränen des Liebespaars.

Zauberhaft sternenreiche Juli-Nächte wünscht das Team des Sternenparks (www.sternenpark-rhoen.de) im Biosphärenreservat Rhön (rm/sf-mp)