Retter der Nacht unterwegs auf der Wasserkuppe

Stationslauf, Lampensafari und als Highlight das Beobachten der hereinbrechenden Nacht ­­– beim zweitägigen Workshop „Rettet die Nacht, die Sterne und den Mond“ in der Jugendbildungsstätte Wasserkuppe konnten 24 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren einiges über das Licht, die natürliche Nacht und Lichtverschmutzung lernen.

Organisiert und durchgeführt wurde dieser 1. Workshop seiner Art von der Deutschen Jugend in Europa – Landesverband Hessen gemeinsam mit dem Sternenpark Rhön und dem Biosphärenreservat, das auch die Räumlichkeit für das bunte und spannende Programm stellte.

Tag eins begann mit einer kleinen Kennenlernrunde der TeilnehmerInnen, die nicht nur aus dem Landkreis Fulda, sondern auch aus den angrenzenden Bundesländern Bayern und Thüringen angereist waren. Anschließend wurden spielerisch die Begriffe Licht und natürliche Nacht erläutert. Dabei wurde schnell klar, dass künstliche Lichtquellen in der Nacht immer häufiger zum Problem für Umwelt und Tiere werden. Selbst die Menschen sind von der nächtlichen Lichtverschmutzung betroffen, denn der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus ist auch für Menschen sehr bedeutsam und erleidet Schaden. Sterne sind in den hell erleuchteten Städten zudem kaum noch zu erkennen

Ein interaktiv gestalteter Stationslauf veranschaulichte den Kindern am Beispiel ausgewählter Tiere, welchen negativen Einfluss künstliches Licht konkret auf die Tiere und Umwelt hat. Bei der anschließenden Lampenkundologie konnten sich die TeilnehmerInnen selbst ein Bild von künstlichem Licht machen, mit dem Ziel „gute“ und „schlechte“ Lampen zu unterscheiden. Mit diesem Wissen im Hintergrund, ging es dann daran ein eigenes kleines Häuschen zu bauen und mit einer Lampe zu versehen, die möglichst wenig Licht in die Atmosphäre abgibt, damit Tiere und Natur geschont werden. Zu einer Stadt zusammengestellt wurde modellhaft deutlich, wie auch in Siedlungen verantwortungsvoll mit Licht umgegangen werden kann.

Das Highlight stand schließlich am Abend auf dem Programm. Bei einem kleinen Nachtspaziergang beobachteten die Kinder vom Radom aus zunächst das Hereinbrechen der Nacht. Sogar die internationale Raumstation ISS konnte an diesem Abend bei ihrem Überflug beobachtet werden und Jupiters Monde im Teleskop. Anschließend ging es bei der Lampensafari darum, die künstlichen Lichtquellen an den Häusern der Wasserkuppe beurteilen, um am darauf folgenden Tag Schreiben mit Verbesserungsvorschlägen zu verfassen. Diese wurden schließlich am Sonntagmorgen den Besitzern der Leuchten mit dem freundlichen Hinweis übergeben, durch kleine Veränderungen an der Anlage die Natur besser zu schützen. Der Sternenpark Rhön hat nun mit 24 neuen Bewahrern der Nacht ordentlich Unterstützung bekommen, damit unsere natürlichen Nachtlandschaften auch zukünftig etwas Besonderes bleiben.