NGC 2024 Flammennebel, IC 434
und Pferdekopfnebel

Die bekannteste Sternenkonstellation des Winters ist das Sternbild des Orion.  Da es sehr nahe der Wintermilchstaße liegt, können hier interessante Objekte beobachtet werden.

Der hellste Stern im Bild ist der östliche Gürtelstern des Orions, Alnitak. Darunter im Bild ist der Flammennebel NGC 2014 zu erkennen.  Es ist ein dichtes Sternentstehungsgebiet in ca. 1.500 Lj. Entfernung mit einem scheinbaren Durchmesser von 30′ x 30′.  Sein tatsächlicher Durchmesser beträgt ca. 6,5 Lj.  Nur im Infrarotlicht zeigt sich ein junger Sternhaufen mit einem Alter von weniger als 1 Mio. Jahren, der aber im sichtbaren Bereich noch vollkommen von dichten Gas- und Staubwolken verdeckt ist.  Bisher wurde ein Stern im inneren mit der Bezeichnung IRS2b identifiziert, der für die Ionisation und damit für das Leuchten des Nebels verantwortlich ist.

Ebenfalls neben Alnitak im Bild, aber tatsächlich deutlich weiter von uns entfernt liegt ein größerer rot leuchtender Bereich, der bis auf die Dunkelwolken fast das ganze Bild ausfüllt.  Es ist der Emissionsnebel IC 434, oder Pferdekopfnebel, der ebenfalls in einer Entfernung von 1.500 Lj. liegt und zusammen mit dem Flammennebel und den bekannten Orionnebel einen großen Emissionsnebel-Komplex bildet.  Angeregt zum Leuchten wird diese riesige Wasserstoffansammlung um den Pferdekopfnebel durch das Mehrfachsternsystem Sigma Orionis (heller Stern am oberen Bildrand).  Dieses Sternsystem enthält mehrere sehr junge und heiße Sterne der O und B Klassifikation.  Die Hauptkomponente ist ein O Stern mit ca. 18 Sonnenmassen aber der 42.000-fachen Leuchtkraft der Sonne.  Insgesamt liegt die Strahlung des Mehrfachsystems bei ca. 100.000-facher Sonnenleucht­kraft.  Zusammen mit den hohen Oberflächentemperaturen ist Sigma Orionis in der Lage weit über 10 Lj. hinaus Materie zu ionisieren und mit seinem starken stellaren Wind den Raum in seiner Umgebung leerzufegen.

Der untere dunkle Bildbereich ist die Dunkelwolke Bernard 33, bestehend aus kaltem Gas und Staub, ebenfalls in ca. 1.500 Lj. Entfernung.  Für sichtbares Licht ist sie annähernd undurchlässig.  Eine Ausbuchtung dieser Wolke wird wegen ihrer Form auch Pferdekopfnebel genannt.

Der Gürtelstern Alnitak hat mit diesen Formationen physikalisch nichts zu tun.  Er liegt mit einer Entfernung von ca. 800 Lj. auf nahezu halber Strecke zu diesen Nebeln.

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