Im Download-Bereich  dieser Webseite finden Sie Infomaterial mit Beleuchtungstipps!

 

Um eine zukünftige und langfristige Verbesserung der öffentlichen Beleuchtung zu erreichen, wurden gemeinsam mit den Anbietern der öffentlichen Beleuchtung (Rhönenergie Fulda, ÜWR, Bayernwerk, Einzelanbieter, TEN Thüringen etc.) Beleuchtungsrichtlinien abgestimmt, die viele Rhöner Kommunen durch Beschluss im Gemeindeparlament als zukünftige Handlungsgrundlage demokratisch angenommen haben. Dies bedeutet, dass bei zukünftigen Angelegenheiten der öffentlich finanzierten Straßenbeleuchtung die Richtlinien zur Entscheidungsfindung herangezogen werden sollen. Der Verein Sternenpark Rhön e.V. bietet Kommunen, Privatpersonen und Gewerbetreibenden Unterstützung auf dem Gebiet umweltverträglichere Beleuchtung an.

Link Beleuchtungsrichtlinien Rhön: http://www.sternenpark-rhoen.de/das-projekt/subdir2/m_31876

Steigerung der Lebensqualität in den Wohnorten

Bei zukünftiger Anwendung der Beleuchtungsrichtlinien im öffentlichen Raum steigt für Privathaushalte die Lebensqualität in den Wohnorten, wenn solche Leuchten vermieden werden, die in Häuser hinein scheinen, im Straßenverkehr blenden oder unnütz hell brennen. Ein Erhalt von Flora und Fauna (Gartenpflanzen) stellt darüber hinaus ein Wert an sich dar.

Inhalt der Beleuchtungsempfehlungen

Die „Beleuchtungsrichtlinien für den Sternenpark im Biosphärenreservat Rhön“ beziehen sich in erster Linie auf die öffentlichen Straßenbeleuchtungssysteme, die von Steuergeldern finanziert werden. Sie werden herangezogen, wenn Neuinstallationen bzw. Umrüstungen ohnehin anstehen:

Sie umfassen im Kern folgende Punkte:

  • Lichtlenkung möglichst von oben nach unten zur Vermeidung von Blendung, Streu- und Störlicht in Schlafzimmern, Naturraum und am Himmel. Gerade beim Einsatz von LED ist es wichtig, dass die Leuchte blendfrei konzipiert ist; insbesondere wenn Leuchten an steilen Straßenhängen aufstellt werden, da man bei der Auffahrt direkt hinein schaut.
  • Lichtfarbe mit geringem Blauanteil von weniger als 3000 K, da u.a. das Hormonsystem des Menschen insbesondere auf die Blauanteile im Licht reagiert und blaustichiges Licht vermehrt Insekten aus dem Naturraum lockt. Eine Farbtemperatur, die dem Licht der vielerorts installierten Natriumhochdruckdampfleuchten (ca. 2200 K) entspricht – ist wünschenswert (z.B. Amber LED). Entsprechende Leuchten stehen in der Musterstraße der RhönEnergie in Fulda.
  • Lichtmenge und Beleuchtungsdauer sollten an den Zweck und tatsächlichen Beleuchtungsbedarf angepasst werden, wodurch sich ein sehr großes Einsparpotenzial an Energie und Steuergelder ergibt.

Bei Umrüstung von Natriumhochdruckdampflampen auf warmweiße LED mit 3000 K wird bei üblichen Leuchtdichten das skotopische Sehen angeregt. Dadurch erscheint die Beleuchtung deutlich heller, als die normale (photopische) Helligkeitsmessung (in Lux oder cd/m²) ergibt. Daher empfiehlt sich eine klare Reduzierung der Lichtmenge (und damit der Strommenge) um 40%, da dies einen vergleichbaren Helligkeitseindruck ergibt.

Vorteile für Privat- und Gewerbebeleuchtung:

Die private Nutzung von Beleuchtung hat einen immer größer werdenden Anteil an der steigenden Lichtverschmutzung. Die Kommunen können durch Beratung Gewerbetreibende, Industrieunternehmen und Privatbeleuchter auf gute Beleuchtungslösungen hinweisen – die Projektkoordination unterstützt hier. Denn durch den überlegten Einsatz von künstlichem Licht können auch private und gewerbliche Nutzer erhebliche Energiemengen einsparen und profitieren von reduzierten Kosten. Für Gewerbebetriebe kann sich sogar ein Standortvorteil bilden, da sich ein lichttechnisches Aufrüsten und gegenseitiges Überholen mit Reklamelicht erübrigen kann. Darüber hinaus ist der Sternenpark interessant für Besucher der Rhön.