Ein Beobachtungsbericht von Simon Manger

Nachdem der Wetterbericht für die Rhön sehr gutes Wetter gemeldet hatte, entschloss ich mich auf die Hohe Geba zum beobachten zu fahren. Von Süden her kommend fuhr ich also über die A71 bis Mellrichstadt, um von dort aus die Hohe Geba anzusteuern. So kam ich nach insgesamt einer guten Stunde an den Beobachtungsplattformen an. Dort oben war ich allerdings nicht alleine. Neben einem „Dobsonauten“ aus Meiningen traf ich auf auch ein paar bekannte Gesichter aus der Würzburger Gegend.

Die Wetterbedingungen waren wie erhofft. Der Nebel blieb in dieser Nacht unten im Tal und darüber war es absolut wolkenfrei und klar. Außerdem war es absolut windstill. Erstaunlicherweise war die Luftfeuchtigkeit für solch eine Nacht ziemlich niedrig. Die Teleskope und Autos sollten in dieser Nacht frei von Reif blieben.

Der Aufbau des 16“ Dobsons ging wie immer schnell von der Hand. Nach einer kurzen Justage hatte das Teleskop etwas Zeit um sich an die winterlichen Temperaturen anzupassen. Währenddessen kam es immer wieder zu Gesprächen mit anderen Hobby-Astronomen. Das ist einer der Nebenaspekte die mir neben Beobachten selbst so gefallen – man kommt in Kontakt mit Gleichgesinnten. Und dort oben ist man, klare Himmel vorausgesetzt, selten allein.

Während der Nacht arbeitete ich Stück für Stück meine zuvor ausgearbeitete Beobachtungsliste ab. Neben den üblichen, hellen Objekten zum Einstieg und für zwischendurch gab es auch teils sehr anspruchsvolle Ziele am Himmel. Zwischen den einzelnen Beobachten gab es dann auch hin und wieder einen heißen Tee und gute Gespräche. So macht eine Nacht Spaß!

Hier eine Auswahl an Objekten die ich an diesem Abend beobachtete habe.

NGC 1499 – Californianebel
Nahe ξ Persei zeigte sicher der leicht gebogene Nebel mit einer zarten Filamentstruktur.

IC 434 – Pferdekopfnebel
Nachdem man Alnitak aus dem Gesichtsfeld bewegte, konnte man mit dem Hβ-Filter die Ausbuchtung gut erkennen. Mit viel Geduld war das „Horn“ erkennbar.

NGC 2024 – Flammennebel
Die Beobachtung gestaltete sich wegen Alnitak als nicht einfach, jedoch war auch dieser mit seinen Teilungen gut erkennbar.

NGC 2392 – Eskimonebel
Jenseits der 250-fach einfach toll. Der Zentralstern leuchtet regelrecht aus dem Nebel heraus.

NGC 7789
Einer meiner Lieblingsobjekte in der Kassiopeia. Ein offener Sternhaufen welcher zwar schwach, aber dafür sehr dicht ist.

NGC 2237 – Rosettennebel
Im 31er Nagler war fast das ganze Gesichtsfeld durch den Emissionsnebel ausgefüllt. Sehr detailreich!

M 42 – Orionnebel
Einmal beamen bitte!

Das Sternbild Orion – Neben dem Orionnebel (M42) ist auch der Flammennebeln (NGC 2014) und der Pferdekopfnebel (B33) bzw.  IC 434 zu erkennen

Nachdem die Teleskope abgebaut und die ganze Ausrüstung im Auto verstaut war, ging es wieder Richtung Heimat. Zum ersten mal in dieser Nacht warf ich einen Blick auf das Thermometer – es waren nicht ganz -9°C. Wenige hundert Meter unterhalb des Gipfelplateaus tauchten ich mit dem Auto in ein Meer aus dickem Nebel. Überall war die Landschaft dick in Raureif gepackt, sodass alles im Scheinwerferlicht funkelte. Bis zum Erreichen der B 285 ging es sehr gemächlich durch die winterliche Landschaft. Ab da ging es dann zügig über die Autobahn wieder nach Hause. Irgendwann, es muss so gegen 4:30 Uhr gewesen sein, kam ich daheim an. Mit den vielen schönen Eindrücken im Kopf ging es schnell ins Bett. Zum schlafen ist der Tag da. 😉