Der Stundenstein

Foto: Simon Manger | Nikon D750 | ISO 800 | 30 sek | 16 mm | Blende 2.8

Wer auf den Straßen der Rhön unterwegs ist, dem begegnen gelegentlich weiße, leicht konisch zulaufende Steinsäulen. Die Rede ist von den sogenannten Distanzsteinen, welche die Entfernung zu einem bestimmten Ort angeben. Bei genauerem hinsehen fällt auf, dass nicht alle dieser Säulen über eine Streckenangabe verfügen, sondern mit Stundenangaben versehen sind. Daher auch der Name Stundensteine. Ortskundige erkennen sofort, dass die dort angegebenen Zeiten nicht für den modernen Straßenverkehr gedacht sind, denn diese sind ein Vielfaches dessen was man mit dem Kraftfahrzeug benötigen würde. Die darauf zu lesenden Angaben beziehen sich auf die Zeit, welche man zu Fuß oder mit dem Fuhrwerk bis zum jeweils angegebenen Ort benötigt.

Doch was hat dieser Stundenstein mit den Sternen zu tun? Nun, was die Entferungen angeht, so bemisst man die Distanzen zu den Sternen, Galaxien und sonstigen Himmelsobjekten über die Zeit. Genauer genommen über die Lichtlaufzeit. Oftmals ist hierbei vom sogenannten Lichtjahr die Rede. Das Lichtjahr definiert sich wie folgt: Es ist die Strecke welches das Licht im absolut leeren Raum innerhalb eines Jahres zurücklegt. Eine Distanz von einem Lichtjahr kann man sich nur schwer vorstellen – ist es doch eine Zahl mit insgesamt 13 Ziffern. Genauer gesagt sind das rund 9,46 Billionen Kilometer. Für einen Menschen eine schier unvorstellbare Zahl.

Eine Lichtsekunde kann man sich da schon einfacher vorstellen. Wie der Name schon sagt, ist es es die Strecke, welches das Licht im absolut leerem Raum innerhalb einer Sekunde zurücklegt. Unser Mond zum Beispiel ist im Mittel etwa 1,3 Lichtsekunden bzw. 384.000 km von uns entfernt. Diese Strecke ist für einen Menschen schon besser begreifbar. Ein gut gewartetes Auto schafft durchaus eine Lebensleistung von einer Lichtsekunde. Hierbei handelt es sich um 299.792 km.

Da die Geschwindigkeit des Lichtes begrenzt ist, kann es durchaus viele Jahre dauern bis die Photonen bei uns angelangen. Bedingt durch den hieraus resultierenden Zeitversatz, erblicken wir das jeweilige Himmelsobjekt so, wie dieses beim Aussenden des Lichtes aussah. Oder mit anderen Worten: Wir blicken in die Vergangenheit.

Als Beispiel sei an dieser Stelle der Polarstern genannt, um den sich die Sterne zu drehen scheinen. Dieser liegt in einer Entfernung von rund 430 Lichtjahren. Das Licht hat dementsprechend etwa 430 Jahre benötigt, um vom Polarstern bis zu uns zu gelangen. Wir sehen den Polarstern also so, wie er vor rund 430 Jahren strahlte.

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