Das himmlische Gütezeichen

Foto: Simon Manger | Nikon D750 | ISO 1600 | 90 sek | 16 mm | Blende 2.8 | Nachführung auf Astrotrac TT320X-AG

Das obige Foto ist am 5. März diesen Jahres bei außerordentlich guten Wetterbedingungen entstanden. Schon in den Tagen zuvor wurden mehrmals am Tag die verschiedenen Wettermodelle ausgewertet, um die lange Fahrt in die Rhön abzuwägen. Das Glück sollte auf unserer Seite sein und so wurden intensive Vorbereitungen getroffen. Es wurden Beobachtungslisten erstellt, die Ausrüstung vorsorglich im Fahrzeug verlastet, das Auto überprüft und Mitstreiter angerufen. An diesem Freitag war es bis zum frühen Nachmittag noch komplett bewölkt, doch war die stetige Veränderung in unserer Athmospähre nicht zu übersehen. Der Wind blies aus nördlicher Richtung und sorgte bis zum Ende der Dämmerung für einen wolkenlosen und zugleich sehr klaren Himmel. So gut wie schon seit langem nicht mehr.

Nachdem die astronomische Dämmerung eingesetzt hatte, die Sonne stand bereits gut 15° unter dem Horizont, wurde am Teleskop mit den ersten Beobachtungen begonnen. Währenddessen fiel mir im Augenwinkel ein Lichtkegel auf. Im ersten Moment hielt ich es für eine Lichtglocke, allerdings erschien dieser Schimmer wie ein spitz zu laufendes Dreieck und reichte fast bis zu den Plejaden. Nach kurzem überlegen war klar – das ist das Zodiakallicht! Bislang kannte ich diese Erscheinung nur aus meinen Reisen nach Namibia und La Palma. Nun auch aus der Rhön.

Das, was wir auf der Erde als Zodiakallicht wahrnehmen, ist genau genommen reflektiertes und gestreute Sonnenlicht. Dieses Sonnenlicht wird an feinsten Partikeln reflektiert, welche auf der Ekliptikebene sich befinden. Auf dieser Ebene bewegen sich auch die Planeten. Der Ursprung dieser Partikel ist noch nicht final geklärt. Hierzu gibt es verschiedene Theorien, in denen der Planet Mars, aber auch kollidierende Asteroiden eine Rolle spielen. Um das Zodiakallicht sehen zu können, wird ein sehr klarer und dunkler Himmel benötigt. Wenn dieses sichtbar ist, kann das durchaus als Gütezeichen für den Himmel gewertet werden. Im Frühjahr und im Herbst lässt sich dieses von Deutschland aus am besten beobachten, denn dann ragt es hoch über den Horizont.

Wer sich das Foto genau ansieht, der kann direkt über dem Horizont eine intensive Aufhellung erkennen. Hierbei handelt es sich und die Lichtverschmutzung die vom 40 km entfernten Fulda ausgeht. Links davon ist die Lichtglocke von Frankfurt erkennbar. Zwischen dem Aufnahmeort in der Rhön und Frankfurt liegen über 120 km!

Hier geht es zur Bildergalerie “Bild des Monats”