Dem Mars ganz nahe

Das Jahr 2020 ist für Planetenbeobachter ein besonderes Jahr, denn in diesem Jahr standen sich Erde und Mars wieder besonders nahe. Auf bis zu 62 Millionen Kilometer näherten sich diese beiden Planeten an. Für uns Hobby-Astronomen ist das sehr wenig und gibt uns deshalb die Möglichkeit unseren äußeren Nachbarn genauer zu beobachten.

Doch wie kommen diese nahen Begegnungen zustande? Erde und Mars bewegen sich bekanntlich auf leicht elliptischen Bahnen um die Sonne. Das hat zur Folge, dass der Abstand zwischen den Bahnen unterschiedlich ist. Auch ist es so, dass beide Planeten unerschiedliche Umlaufzeiten haben. Die Erde benötigt ca. 365 Tage für einen Umlauf um die Sonne. Der Mars hingegen benötigt ca. 687 Tage. Aufgrund dessen wird Mars regelmäßig von der Erde überholt. Dieses Jahr war es nun so, das Mars in einem Bahnabschnitt überholt wurde, welcher dem Bahnabschnitt der Erde sehr nahe lag.

Die obige Zeichnung entstand an einem 10″ Dobson-Teleskop mit 1250 mm Brennweite. Da ein Dobson-Teleskop ein rein manuelles Gerät ist, wurde eine Equatorialplattform verwendet. Diese ermöglichte es die Erdrotation zu kompensieren. Dies ist eine große Erleichterung, denn vor allem bei hohen Vergrößerung, in diesem Fall ca. 208-fach, scheint sich das Objekt der Begierde schnell aus dem Blickfeld zu bewegen. Als Zeichenmaterial wurden Blei- und Aquarellstifte verwendet. Bei Bedarf wurde ein Estompen eingesetzt, um die Konturen zu verwischen. Der Autor hat für diese Zeichnung knapp 20 Minuten gearbeitet.

Das Zeichnen schult den eigenen Blick ungemein, denn man muss wirklich genau hinsehen. Viele, viele Male wechselt der Blick zwischen Okular und Zeichenblock. Zum einen um wirklich alle Details zu erfassen. Zum anderen um diese Details möglichts ansichtsgetreu auf das Papier zu bringen. Beim Beobachten selbst ist es wichtig sich dabei Zeit zu lassen. Denn aufgrund der Luftunruhe sind die feinen Details oft nur für einen kurzen Moment erkennbar. Auch benötigt das Auge immer einen  Moment um sich an die verschiedenen Lichtsituationen beim Zeichnen bzw.  beim Beobachten anzupassen. Zu lange darf man aber auch nicht für die Zeichnung brauchen, da sich Mars kontinuierlich weiterdreht. Der Mars benötigt für eine volle Umdrehung etwas 24h 37m.