Innehalten unterm Sternenhimmel

Foto: Simon Manger | Nikon D750 | ISO1600 | 30 sek | 24 mm | Blende 4.5

 

Der Sternenhimmel begegnet uns seit jeher als etwas unveränderliches. Egal wie lange ein Menschenleben dauert, die Sterne scheinen zueinander unverrückbar zu sein. Mit dem bloßen Auge werden die Sterne nicht weniger, wodurch das Firmament zudem unvergänglich bzw. für die Ewigkeit gemacht zu sein scheint.

Wer einen Blick in den gestirnten Himmel wirft, der denkt gelegentlich an einen Menschen der nicht mehr unter uns weilt. In der Welt der Sagen und Mythen ist der Sternenhimmel oftmals der Ort wo die Seelen der Verstorbenen ihre neue Heimat finden. Manche Lebewesen wurden sogar von den Göttern an den Himmel versetzt, um dort in Form eines Sternbildes unsterblich zu werden.

In vielen Kulturen ist zum Beispiel das Band der Milchstraße der Übergang vom Diesseits ins Jenseits. Mal stellt diese eine Brücke dar, über die die Seelen der Verstorbenen ins Jenseits überwechseln. Mal wird diese als großer Fluss gesehen, auf dem die Seelen reisen.

Im US-Amerikanischen Sprachgebrauch ist der uns als großer Wagen bekannte Asterismus auch als “Big Dipper” geläufig. Frei übersetzt bedeutet dies “Großer Schöpflöffel”. Im südlichen Nordamerika nahmen die dortigen Ureinwohner an, dass dieser große Schöpflöffel auf seinem Weg unter dem Horizont den Geist der Vorfahren aufnimmt. Auf seinem Weg um den Himmelspol dreht sich der Schöpflöffel auf den Kopf, woraufhin sich der Geist der Vorfahren auf die Lebenden ergießt.

In einem Punkt haben die Sterne etwas mit den Menschen gemeinsam: Sie hinterlassen der Nachwelt oftmals etwas, woraus etwas Neues, Fortschrittlicheres entstehen kann. Ein gutes Beispiel ist unser eigenes Sonnensystem. So existierte einst vor langer Zeit ein Stern, in dessen Inneren durch verschiedene Fusionsprozesse die Elemente des Lebens entstanden. Der Tod dieses Sterns bedeutete jedoch keinesfalls  das Ende, sondern war der Beginn des Neuen. Aus dem freigegebenen Erbe eben jenes Sterns entstand unser Sonnensystem, unsere Erde mit all der Flora und Fauna. Und letzten Endes tragen auch wir Menschen dieses Erbe in uns.

Auf nüchterne Weise betrachtet gibt es im Universum keinen Tod. Nichts geht dort verloren, nichts löst sich dort auf. Genaugenommen ändern sich lediglich die Zustände mit dem uns das jeweilige Etwas erscheint.

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