Das unerwartete Spektakel

Foto: Simon Manger | Komet C/2020 F3 (NEOWISE) mit dem Fliegerdenkmal (Wasserkuppe) im Vordergrund | Nikon D750 ISO 2500 | 6 sek | 180 mm | Blende 2.8

Lang ist´s her, dass wir einen Kometen mit dem bloßen Auge und solch einem ausgeprägten Schweif sehen konnten. So viele Kometen wurden als “der große Komet” betitelt. Und so viele Kometen erfüllten die Hoffnung unzähliger Menschen nicht. Sie zerbrachen in Sonnennähe oder blieben selbst im Fernglas nur ein schwach leuchtendes Wölkchen.

Anfang Juli jedoch wurde unerwartet am nördlichen Horizont ein sehr beeindruckender Komet sichtbar. Über viele Tage hinweg war dieser mit dem bloßen Auge erkennbar. Der Schweif sah aus wie eine Fackel, die knapp über dem Horizont stand. Wer den Kometen mit einem Ferglas oder Teleskop beobachtete, konnte feststellen, dass der Komet in Sonnennähe sich unglaublich schnell bewegte. Über einen Zeitraum von wenigen Stunden war die Eigenbewegung des Komten zum Fixsternhimmel leicht zu erkennen. Eine gelungene Überraschung für alle Sternfreunde.

In der Vergangenheit wurden Kometen oft als schlechtes Ohmen für Kriege und Hungersnöte gewertet. Die Menschen fürchteten davor, denn das Wissen um diese Schweifsterne war damals sehr begrenzt.

Dabei sind Kometen sehr interessante Objekte. Ihren Ursprung haben sie unter anderem im Kuipergürtel und der Oortschen Wolke, welche sich im äußeren Randbereich unseres Sonnensystems befinden. Durch Zusammenstöße untereinander oder durch die Anziehungskraft von Planeten können sich die Bahnen einzelner Himmelskörper ändern, sodass sie sich auf exzentrischen Bahnen um die Sonne bewegen. Die Formenvielfalt der Kometen kennt keine Grenzen. Sie sehen oftmals wie eine unförmige Kartoffel aus, wobei die Oberfläche sehr dunkel erscheint. Sie bestehen unter anderem aus gefrorenem Wasser bzw.  Kohlendioxid, Gestein und Staub. Der Vergleich mit einem dreckigen Schneeball trifft es hierbei sehr gut. Auf ihrem Weg durch das Sonnensystem kommen Kometen der Sonne teils sehr nahe, wodurch sich die Oberfläche der Kometen erwärmt. Das Eis an der Oberfläche geht infolge der Sonneneinstrahlung direkt in den gasförmigen Zustand über. Das entstandene Gas und die zuvor eingebetteten Staubpartikel werden wiederum durch den Sonnenwind hinfortgerissen – Der obligatorische Schweif entsteht.

Wer sich genauer für dieses Thema interessiert, dem können wir das Buch “Kometen – Eine Einführung für Hobby-Astronmen” von Uwe Pilz und Burkhard Leitner empfehlen.

Foto: Simon Manger | Komet C/2020 F3 (NEOWISE) | Nikon D750 ISO 640 | 50 sek | 180 mm | Blende 3.2 | Nachführung auf Astrotrac TT320X-AG