Hier finden Sie Tipps und Hinweise für Ihre ersten Beobachtungsnächte.

Das passende Wetter
Eine gute Wettervorhersage ist die Basis für eine gelungene Beobachtungsnacht. Diese beinhaltet nicht nur die zu erwartenden Termperaturen, sondern gibt auch eine detailierte Prognose zur Bewölkung (niedrige, mittlere, hohe), Luftfeuchtigkeit, Windrichtung, Windstärke und Luftfeuchtigkeit. Im idealfall ist diese Vorhersage stündlich aufgeschlüsselt, sodass sich besser abschätzen lässt, wann die besten Bedingungen während einer Nacht sein werden. Empfehlenswert sind auf Satellitenbilder, da diese Rückschlüsse über die Strömungsverhältnisse in unserer Athmosphäre geben. Ein regelmäßiger Blick in die Wettervorhersagen lohnt sich, denn gutes Wetter zeichnet sich oftmals schon ein paar Tage vorher ab. Allerdings sei auch gesagt, dass eine Wetterprognose nie eine perfekt ist. Außerdem wird sie, je weiter die Prognose in der Zukunft liegt, zunehmend ungenau.

Der richtige Beobachtungsplatz
Ein guter Beobachtungsplatz ist neben dem Wetter entscheident für eine gelungene Nacht unter dem Sternenhimmel. Prinzipiell eignet sich jeder Ort mit möglichst geringer Lichtverschmutzung zum Sternegucken. Die Sicht auf das Firmanment sollte zudem möglichst wenig durch Bäume, Gebäude o. Ä. beeinträchtigt sein. Wer die Möglichkeit hat auf einen Berg zu fahren, sollte diese nutzen. Der Nebel bzw. Dunst sammelt sich gerne im Tal und trübt wortwörlich die Sicht auf den Sternenhimmel. Wer in der Rhön ohne Teleskop den Himmel beobachten möchte, dem können wir die Himmelsschauplätze empfehlen.

Eine Beobachtungsnacht planen
Auf das Wetter und den passenden Beobachtungsplatz wurde ja bereits eingegangen. Allerdings es gibt noch weitere Dinge die es zu planen und berücksichtigen gibt. Ein astronoisches Jahrbuch gibt Auskunft über anstehende Himmelsereignisse, wie z. B. Sternschnuppenschauer oder den Stand der Planeten. Über das Internet lässt sich herausfinden wann die ISS und andere helle Satelliten über den Himmel zieht.  Und anhand einer drehbaren Sternkarte bekommt man heraus wo die Sternbilder stehen werden. Hierzu verweisen wir auf unsere Literaturhinweise und Web- bzw. Sofwareempfehlungen.

Warme Kleidung
Selbst im Sommer kann es in der Nacht empfindlich kühl werden. Vor allem wenn man sich nur wenig bewegt, kühlt der Körper schnell aus und man beginnt zu frieren. Deshalb ist ausreichend warme Kleidung – selbst im Sommer – dass A und O! Bewährt hat sich das “Zwiebelschalenprinzip”. Sprich: Es werden mehrere Lagen an Kleidung getragen. Falls es doch zu warm wird, lässt sich immernoch die Jacke ausziehen. Est ist ratsam, immer ein paar Handschuhe und eine Mütze dabei zu haben. Lieber zu viel Kleidung einpacken, als dass eine sternklare Nacht vorläufig beendet werden muss.

Die Dämmerung mitnehmen
Als Nachtschwärmer bekommt man häufig nur wenig von der Dämmerung mit. Entweder weil man erst bei vollkommener Dunkelheit losziehen, oder weil man noch vor der Morgendämmerung wieder im Bett liegen. Dabei ist die Dämmerung etwas sehr beeindruckendes! Die Farben am Himmel sind nie identisch. Auch kann man unzählige Veränderungen in der Natur beobachten. Diese kann lassen sich nicht nur sehen, sondern auch hören

Es sich gemütlich machen
Ein klarer, dunkler Sternenhimmel läd ein zum verweihlen. Dabei darf es ruhig auch gemütlich zugehen. Bewährt haben sich hierfür Camping-Stühle und Liegen. Eingepackt in einer Decke mit einer wärmenden Tasse Kaffee in der Hand lässt sich sich draußen hervorragend aushalten. Alternativ bietet sich ein Schlafsack in Kombination mit einer Isomatte an. Damit kann man sich am nächsten Morgen von der Sonne wecken lassen.

Die Augen bei Nacht
Unsere Augen sind Hochleistungsorgane, die selbst mit sehr dunklen Verhältnissen zurechtkommen. Hierzu werden die Pupillen den Helligkeitsverhältnissen angepasst. Zudem produziert der Körper bei Dunkelheit einen körpereigenen Stoff, der wiederum einen Teil der Sehzellen empfindlicher auf Licht reagieren lässt. Hierdurch lassen sich auch sehr Lichtschwache Sterne noch erkennen. Dieser Prozess dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Blickt man nun, wenn auch nur sehr kurz, auf ein Display, z.B. das eines Smartphones, so ist die Anpassung zunichte. Es fällt sofort auf, dass man danach wesentlich weniger Sterne am Himmel erkennen kann. Es dauert wieder eine geraume Zeit, um die volle Nachtsichtfähigkeit zu erlanden. Um diese “Nachtsichtfähigkeit” nicht negativ zu beeinträchtigen, ist es deshalb wichtig, tiefrotes Licht zu verwenden. Hierdurch werden die Augen am wenigsten beeinträchtigt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten seine Taschenlampe zu modifizieren. Eine Möglichkeit besteht darin, eine tiefrote Folie vor der Lampe anzubringen. Improvisationskünstler nehmen auch mal ein ausgebranntes Grablicht.

Der richtige Blick
In der Astronomie gibt es eine spezielle Beobachtungstechnik, die das erkennen von lichtschwachen Sternen und Strukturen, wie z. B. die der Milchstraße, ermöglicht. Diese Technik wird als indirektes Sehen bezeichnet und lässt sich mit etwas Übung anwenden. Hierbei blickt man nicht direkt auf das Objekt, bzw. den gewünschten Bereich am Himmel, sondern knapp daran vorbei.

„Erwarten Sie nicht, beim Schauen schon zu sehen; Sehen ist eine Kunst, die erlernt werden muss”.

Wilhelm Herschel (1738-1822)

Die erste Orientierung am Nachthimmel
In den ersten Nächten fällt es so manchem etwas schwer sich Orientierung am Nachthimmel zu verschaffen. Dieses Problem lässt sich allerdings sehr einfach anhand einer drehbaren Sternkarte lösen. Mit einer sochen Karte lässt sich der Sternenhimmel mittel Datum und Uhrzeit beliebig darstellen. Man findet das gewünschte Sternbild indem der reale Sternenhimmel mit der Karte abglichen wird. Für den Fall dass die Himmelsrichtungen unbekannt sind, bietet sich ein Kompass an.

Das Fernglas zum Fernsehen
Ein Fernglas ist etwas, was in sehr vielen Haushalten vorhanden ist. Wer also ein Fernglas sein Eigen nennen kann, der sollte dieses unbedingt mitnehmen! Hiermit gibt es vieles am Nachthimmel zu entdecken. So lassen sich zum Beispiel die Monde des Jupiter beobachten, die in jeder Nacht anders stehen. Das Band der Milchstraße, insbesondere der Teil zwischen den Sternbildern Schütze und Perseus, verwandelt sich im Fernglas in ein Meer aus Sternen.

Angst im Dunkeln
In der Dunkelheit wird unsere Wahrnehmung auf den Kopf gestellt. Die Fähigkeit unsere Umwelt mit den Augen zu erfassen ist daher stark eingeschränkt. Andere Sinne werden hingegen bei  Nacht geschärft. So hört man plötzlich Dinge, die einem sonst nie auffallen würden. Das ist im ersten Moment ungewohnt und manch einer fürchtet sich daher nachts und ohne Licht in der Flur zu sein. Diese Angst ist jedoch unbegründet. Wildtiere gehen in der Regel dem Menschen aus dem Weg. Und falls einem doch mal eine Wildschwein oder ein Fuchs begegnen sollte, dann wird dieser das Weite suchen. Abgesehen davon hat sich schon so manches Wildschwein als grunzender Igel herausgestellt.