Foto: Simon Manger | Sonnenfinsternis vom 20.03.2015 | Canon 40D | ISO 100 | 1/500 sek | 900 mm | Blende 7.9 | Vixen R114S | Nachführung auf Vixen GP-D2 mit FS2

WARNHINWEIS

Sie Sonne ist unser am nähesten gelegener Stern. Sie versorgt uns mit Licht und Wärme in kaum vorstellbarer Menge. Aufgrund der hohen Intensität ist es unerlässlich, die Sonne nur mit geeigneten Mitteln zu beobachten. Bei unsachgemäßer Beobachtung der Sonne kann das Auge irreparabel geschädigt werden, was bis zur Erblindung führen kann. CDs, schwarze Filmstreifen, rußgeschwärzte Gläser oder handelsübliche Sonnenbrillen stellen keine sicheren Beobachtungsmittel dar! Weiter unten haben wir zwei Möglichkeiten aufgeführt, wie ihr die Sonne gefahrlos beobachten könnt. Der Verein übernimmt keinerlei Haftung für evtl. entstehende Schäden!


Eine Sonnenfinsternis ist etwas, was die Menschen schon immer fasziniert hat. Auch wenn man heute die Prozesse bis ins Detail kennt, so stellt die Verfinsterung der Sonne ein spektakuläres Ereignis dar. In Deutschland gab es im August 1999 eine totale Sonnenfinsternis zu sehen, welche die Menschenmassen mobilisierte. Zur Zeit der Totalität schien das öffentliche Leben still zu stehen. Nicht weil die Welt unterging, sondern weil die Menschen gebannt zur Sonne blickten.

Zuletzt war dieses Himmelsereignis am 10. Juni 2021 von Deutschland aus zu sehen. Davor am 20. März 2015. Bei der teilweisen Beckung im Jahr 2015, es waren rund 75%, konnte man selbst ohne Messmittel Veränderungen in der Natur feststellen. So nahm unter anderem die Lufttemperatur ab. Diese Veränderung war zwar minimal, aber dennoch spürbar. Ebenso verstummten die Vögel, sodass es sehr ruhig wurde in der Flur. Nach rund 1,5 Jahren haben wir nun erneut die Gelegenheit, eine teilweise Verfinsterung der Sonne durch den Mond zu beobachten.

Hier die wichtigsten Daten zur Sonnenfinsternis vom 25. Oktober 2022 – Gerechnet auf Frankfurt
  • Beginn der Sonnenfinsternis: 11:11 Uhr
  • Zeitpunkt der maximalen Verfinsterung: 12:09Uhr
  • Maximaler Grad der Verfinsterung: 22,9%
  • Ende der Sonnenfinsternis: 13:10 Uhr
Wie läuft eine Sonnenfinsternis im Grunde ab?

Die Sonne, unser Zentralgestirn, wird von der Erde umkreist. Die Erde wiederum vom Mond. Damit eine Sonnenfinsternis stattfinden kann, müssen sich Sonne, Mond und Erde auf einer Achse befinden. Da die Bahn des Mondes zur Ebene der Erdbahn hin jedoch um 5° verkippt ist, findet zu jedem Neumond nicht automatisch auch eine Sonnenfinsternis statt. Bei Neumond ist es in der Regel so, dass Sonne, Mond und Erde lediglich in einer Fluchtung liegen und somit der Mondschatten an der Erde vorbeigeht.  Nur an den Schnittpunkten von Mondbahn und Ekliptik, auch Mondknoten genannt, kann eine Finsternis stattfinden. Bewegt sich also der Mond zu Neumond im Bereich dieses Mondknotens, so liegen alle drei Himmelkörper, wenn auch annähernd, auf einer Achse. Sobald dieser Fall eintritt, wirft der Mond seinen Schatten auf die Erdoberfläche. Im Durchschnitt geschieht dies etwa 238 mal pro Jahrhundert. Wenn man sich die Grafik unten ansieht, so fällt einem auf, dass Schatten nicht gleich Schatten ist. Es gibt einen Kernschatten, von dem aus die Sonne vollständig verdeckt ist. In diesem Schatten ist es auf der Erde so dunkel, dass selbst die hellsten Sterne sichtbar werden. Der Kernschatten wird wiederum vom sogenannten Halbschatten umgeben.  In diesem Bereich wird die Sonne nur teilweise vom Mond bedeckt. An der kommenden Sonnenfinsternis wird Deutschland im Bereich des Halbschattens liegen.

Prinzipielles Schema einer Sonnenfinsternis | Grafik: Simon Manger

Hilfsmittel um die Sonnenfinsternis gefahrlos beobachten zu können

Die Sonnenfinsternis lässt sich auf verschiedenste Weisen gefahrlos beobachten. Am bekanntesten ist hierbei die Sonnenfinsternisbrille, welche sich käuflich erwerben lässt. Diese dämpft das Licht der Sonne extrem stark, sodass nur ein 1/100.000 des Sonnenlichtes ins Auge gelangt. Das zeigt übrigens wie intensiv die Sonnenstrahlung hier auf der Erde ist. Da die Finsternisbrillen schnell ausverkauft sein werden, empfiehlt es sich, diese sehr zeitnah zu beschaffen. Wer etwas Bastelgeschick mit sich bringt, kann sich seine Hilfsmittel selbst bauen. Auch hier ist es ratsam, sich rechtzeitig mit den benötigten Materialien einzudecken.

 

Sonnenfilter im Checkkartenformat

Aus einem Stück Tonpapier und etwas Sonnenfilterfolie (ND5) lässt sich ein handlicher Sonnenfilter basteln, welcher in jeden Geldbeutel passt. Die benötigte Sonnenfilterfolie ist im Fachhandel erhältlich. Hierbei ist es wichtig die richtige Folie zu verwenden. Für die visuelle Beobachtung der Sonne wird eine Filterfolie mit der Neutraldichte 5 (ND5) benötigt. Die Bastelanleitung könnt Sie hier als PDF herunterladen.

 

Lochkamera

Ganz ohne Filterfolie kommt dieses Hilfsmittel aus. Wie bei einer Kamera auch, wird das Abbild der Sonne auf die Rückseite der Kamera bzw. auf die Mattscheibe projeziert. Als Tubus lassen sich hierfür lange Kartons, Pappröhren oder auch Rohre aus dem Baumarkt verwenden. An der Vorderseite wird ein Stück Alufolie gespannt. Mit einem Zahnstocher wird in die Mitte der Alufolie ein etwa 1-2 mm großes Loch erstellt. Das hintere Ende des Tubus wird mit Seidenpapier oder Butterbrotpapier bespannt. Um beim Betrachten der Sonne nicht geblendet zu werden, empfiehlt sich am hinteren Ende ein Schirm. Für die Benutzung der Lochkamera ist es ratsam, diese vorne aufzulegen. So lässt sich diese einfacher ausrichten und ruhiger halten. Je länger die Lochkamera ist, desto größer ist das Abbild der Sonne.

Tipps für die Beobachtung der Sonnenfinsternis

Die Sonnenfinsternis wird, wie schon zuvor geschrieben, zur Mittagszeit des 10. Juni stattfinden. Die Sonnenstrahlung wird daher zu dieser Zeit sehr hoch sein. Deshalb ist es sehr wichtig, die Haut gegen die UV-Strahlung zu schützen. Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor ist auf jeden Fall angebracht. Ein Hut mit breiter Krempe ist zudem sehr zu empfehlen. Auch ist es wichtig genügend zu trinken! Wer die Sonne fotografieren möchte, dem sei angeraten auch seine Kamera mit einer Filterfolie zu versehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Kamerasensoren Brandlöcher bekommen.

Literaturhinweise

Für diejenigen, die sich für das Thema Sonne bzw. Sonnenfinsternis genauer interessieren, können wir das Buch “Die Sonne” von Jürgen Banisch aus dem Oculum Verlag empfehlen. (ISBN 978-3-938469-24-8)

Der Sternenpark Rhön e.V. wünscht Euch eine sichere und wolkenfreie Sonnenfinsternis.