M81 und M82

Das Frühjahr ist im Wesentlichen die Zeit der Galaxienbeobachtung.  Das liegt auch daran, dass unsere Michstraße nur am frühen Abend im Westen oder am frühen Morgen im Osten zu sehen ist.  Den größten Teil der Nacht können wir unbehindert von den vielen Sternen und dem Staub unserer Milchstraße ins Universum schauen um die fernen Welten jenseits unserer Milchstraße aufzufinden.

Die beiden Galaxien M81 und M82 gehören zu der sogenannten M81 Galaxiengruppe und liegen in ca. 12 Mio. Lj. Entfernung.  Mit einer Helligkeit von ca. 7 mag und 9 mag braucht man einen guten Feldstecher oder ein Teleskop, um die beiden im Sternbild „Großer Bär“ aufzufinden.

Steht ein Teleskop zur Verfügung kann man auf lang belichteten Aufnahmen die Strukturen der Spiralarme deutlich sichtbar machen. 

Es fallen dann auch die roten Strukturen in der kleineren M82 Galaxie auf, die auf eine erhebliche Aktivität im Kern der Galaxie schießen lässt.

Vor ca. 500 Mio. Jahren wurde die kleinere M82 Galaxie bei einem nahen Vorbeiflug an M81 durch deren Gravitationseinflüsse dramatisch verändert.  Im inneren von M82 kam es zu einer sehr stark erhöhten Sternentstehungsrate aus interstellarer Materie (Starburst).  Damit verbunden sind extreme Supernova­-explosionen und eine turbulente Gasausströmung senkrecht zur Galaxienebene.  Hauptbestandteil des Gases ist Wasserstoff, der angeregt in seiner charakteristischen roten Farbe der H-Alpha Linie bei 656nm strahlt.

Aufgenommen wurde das Galaxienpaar im März 2017 auf der Hohen Geba im Sternenpark Rhön.

W.Klug

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