Die Galaxie IC 342

Wir sind immer noch im Winter, daher möchte ich hier ein Objekt vorstellen, welches recht selten beobachtet oder fotografiert wird.

Wenn unser Blick vom bekannten Wintersternbild Auriga (Fuhrmann) mit der hellen Kapella, seinem Hauptstern, weiter Richtung Norden abschweift, geraten wir in eine relativ sternenarme Gegend, in der man gar kein eigenes Sternbild erwartet.  Dem ist aber nicht so.  Hier liegt das unscheinbare Sternbild Camelopardalis (Giraffe) und wenn man noch eine Sternenkarte bemüht, wird eine Galaxie mit dem Namen IC 342 in diesem Gebiet erwähnt.

Man braucht schon ein etwas größeres Gerät, damit sich diese Galaxie vom Himmelshintergrund abhebt.  Aber wenn es gelingt, wird man mit einer prachtvollen, recht ausgedehnten Galaxie belohnt, der man geradewegs ins Gesicht schaut, eine face-on Galaxie.  Dass sie trotz ihrer recht großen Ausdehnung von ca. 21‘ x 21‘ so lichtschwach ist, liegt daran, dass sich IC 342 fast hinter unserer eigenen Galaxie befindet und ihr Licht eine Menge interstellaren Staub unserer Milchstraße durchdringen muss.  Dies war sicherlich auch der Grund dafür, dass sie erst 1895 entdeckt wurde.  Lange galt IC 342 als Mitglied unserer lokalen Galaxiengruppe.  Heute wissen wir, dass IC 342 zusammen mit über 20 weiteren Galaxien eine eigene Galaxiengruppe, die Maffei-Gruppe, bildet.  Mit einer Entfernung von ca. 10 Mio. Lichtjahren ist diese Gruppe die nächstgelegene Galaxien­ansammlung in direkter Nachbarschaft unserer lokalen Gruppe.  IC 342 hat eine tatsächliche Ausdehnung von ca. 60.000 Lj und ist damit ungefähr halb so groß wie unsere eigene Milchstraße.

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