Adlernebel M16

Es ist der übliche Prozess bei der Sternentstehung, dass sich interstellares Gas durch Gravitation verdichtet, Wolken bildet und nach und nach in verschiedenen Zentren soweit verdichtet wird, bis Masse und Temperatur ausreichen, um die Kernfusion von Wasserstoff zu zünden.  Ein neuer Stern ist geboren!  Dieser Prozess findet auch in dem Emissionsnebel und Sternhaufen M16 statt.  M16, der Adlernebel, liegt im Sternbild Schlange in ca. 7.000 Lj. Entfernung und erreicht eine Ausdehnung von ca. 15-20 Lj.  Die jungen und heißen Sterne, die im Nebel eingebettet sind, bringen das Gas des Nebels zum leuchten.  Hauptsächlich ist es Wasserstoff, der zum Leuchten gebracht wird.  Zusätzlich enthält der Nebel aber auch schwerere Elemente wie Silizium und Kohlenstoff, die in den dichteren Bereichen des Nebels vorhanden sind.Am 1. April 1995 hat das Hubble Space Telescope (HST) erstmals den zentralen Bereich des Nebels fotografiert und lieferte damit faszinierende Einblicke in die Entstehungs­prozesse von Sternen.  Dieses Bild ging als „Pillars of Creation“, „Säulen der Schöpfung“ um die Welt.

In klaren und dunklen Sommernächten ist der Adlernebel mit einem guten Feldstecher als leicht nebliges Sternhäufchen aufzufinden. Da er auf der Deklination von -13° liegt, ist er von uns aus in den Sommermonaten für jeweils ein paar Stunden zu beobachten. In einem kleinen Fernrohr kann man den Nebel eindeutig identifizieren. Mit größeren Amateurteleskopen und mit verschiedenen Filtern, können die Strukturen des Nebels erfasst werden. Die Farben des Nebels offenbaren sich aber erst bei Astroaufnahmen. Das gezeigte Bild vom Adlernebel entstand während einer Astro-Exkursion im spanischen Teil der Pyrenäen.

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