Der Eskimo-Nebel (NGC2392)

In der zweiten Januarhälfte 2017 hatten wir in der Rhön eine Reihe sternenklarer, aber dafür auch eiskalter Nächte. Ich habe sie in meiner Gartensternwarte an der Milseburg genutzt, um einige sogenannte “Planetarische Nebel”, wie Wilhelm Herschel sie wegen ihres planetenähnlichen Aussehens im Teleskop nannte, zu fotografieren. Heute wissen wir, dass es sich bei diesen Objekten keinesfalls um Planeten handelt, sondern um die Überreste ehemaliger Sterne in unserer Milchstraße, die nach dem Verbrauch ihres Wasserstoffvorrates explodiert sind. Ein solches Ende steht auch unserer Sonne bevor, allerdings erst in ein paar Milliarden Jahren.

So war das auch beim Eskimo-Nebel. Er hat einen Winkeldurchmesser von 0,8 × 0,7 Bogenminuten und eine scheinbare Helligkeit von 9,1 mag. Man findet ihn unweit des 8,5 mag hellen Sternes mit der Nummer 63 (im Foto unübersehbar) im Sternbild der Zwillinge, also gegenwärtig hoch am Himmel. Obwohl auch im Fernglas nicht zu erkennen, zählt er zu den auffälligeren Objekten seiner Art. Entdeckt hat ihn 1787 der schon genannte Wilhelm Herschel visuell an einem selbst gebauten Spiegelteleskop. Herschel fand, daß er einem Eskimogesicht im Fellanorak ähnelt und benannte seinen Fund entsprechend.  Wenn man sich das Foto ansieht, kann man das  nachvollziehen. Dabei muß man wissen, dass die Farbe nur im Bild sichtbar ist, denn das Auge sieht im Dunkeln nur Schwarz/Weiß. Die heutigen Aufnahmen mit Weltraumteleskopen zeigen wegen ihrer unterschiedlicher Technik  allerdings keine große Ähnlichkeit mit einem Eskimo mehr.

Der Eskimo-Nebel  mit seiner Ausdehnung von 0.7 Lichtjahren ist rund 3.000 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt. Er  ist vor knapp 10.000 Jahren entstanden, als der weiße Zwergstern in seinem Zentrum  seine äußere Hülle durch eine Eruption verloren hat. Die beiden neu entstandenen Gashüllen aus 2-fach ionisiertem Sauerstoff werden durch den Rest-Stern zum Leuchten angeregt und breiten sich sich unterschiedlich schnell aus.
Aufnahme: 20.1.2017    NGC2392 “Eskimonebel”
Teleskop: 280/1700-mm-Schmidt-Cassegrain-Spiegel
Kamera: modifizierte Canon-Systemkamera EOSM  80x10sec (∑~13 min) ISO3200

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