Nachtleuchtende Wolken

Foto: Steffen Kossatz

Die Zeit um die Sommersonnenwende ist für Astronomen in Mitteleuropa eine Zeit in der das Teleskop üblicherweise im Schrank bleibt. Die Nächte sind sehr kurz. Zeitweise wird es erst garnicht dunkel, da die Dämmerung, die am Abend zuvor begonnen hat, direkt wieder in den Tag übergeht. Die Sonne schafft es auf ihrer scheinbaren Bahn nicht sonderlich tief unter den nördlichen Horizont, sodass es genau genommen gar nicht oder nur über kurze Zeit Nacht wird. Es ist die Zeit der weißen Nächte.

 Die Ursache dieser zarten, filamentartigen Gebilde ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Durch die extreme Höhe ist dieser Bereich der Atmosphäre mittels Ballons nicht erreichbar. Man geht unter anderem davon aus, dass durch Konvektion aufsteigender Wasserdampf aus der Stratosphäre an feinsten Staubpartikeln kondensiert und dadurch Wolken gebildet werden. Aufgrund der tiefen Temperaturen von stellenweise bis zu -140°C gefriert der kondensierte Wasserdampf zu Eiskristallen. Da in diesen Höhen auch Meteore bzw. Sternschnuppen verglühen, wird vermutet, dass unter anderem eben dieser übriggebliebene Staub als Kondensationskeime dient. Diese Wolken werden, selbst während der Dämmerung, aufgrund der großen Höhe und der Erdkrümmung  noch von der Sonne angestrahlt, die zur Sommersonnenwende nur knapp unter dem Horizont steht.

Im Jahr 2019 traten diese extrem oft auf. In diesem Jahr jedoch konnte man die nachtleuchtenden Wolken nur selten beobachten, zumal das Wetter Kapriolen schlug. Steffen Kossatz hatte sowohl mit den nachtleuchtenden Wolken als auch mit dem Wetter Glück gehabt. Er konnte dieses beeindruckende Naturschauspiel mit der Kamera festhalten.

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