Frühjährlicher Abschied vom Wintersechseck

Der März beginnt mit Neumond am 2.3. und ermöglicht somit am Monatsanfang einen ungestörten Blick auf den Sternenhimmel. Durch das Wintersechseck mit den Sternen Sirius, Prokyon, Castor, Kapella, Aldebaran und Rigel sowie das Sternzeichen der Cassiopeia verlaufend, erstreckt sich von Süden nach Norden das Band der winterlichen Milchstraße.

Während sich im Laufe der Nacht die Wintersternbilder in Richtung Westen gehend verabschieden, betreten mit den Sternbildern Löwe und Bootes zunehmend die Frühjahrssternbilder die Szenerie. Wenn der Mond am 20.3. seinen Vollmondstatus erreicht, ist gleichzeitig mit der Tag-Nacht-Gleiche auch der astronomische Frühlingsbeginn. Für astronomische Beobachter, die über ein Teleskop verfügen, bietet der Frühlingshimmel so einiges an Leckerbissen: So sind im östlichen Bereich des Sternbild Löwen und im Haar der Berenike eine stattliche Menge an Galaxien zu beobachten, die im Teleskop als kleine Nebelflecken erscheinen.

Galaxien sind Ansammlungen von bis zu 500 Mrd. Sternen, die verschiedene Formen annehmen können – die Sterne unserer Milchstraße sind spiralförmig angeordnet. Diese Formen sind allerdings nur auf Fotos mit längeren Belichtungszeiten gut zu erkennen, in Teleskopen erscheinen sie üblicherweise als Nebelflecke. Unser Nachbarplanet Venus strahlt am Morgenhimmel und erreicht am 20.3. ihren größten westlichen Winkelabstand zur Sonne. Schon mit einem kleinen Teleskop ist zu sehen, dass die Venus halb von der Sonne beleuchtet ist, etwa so wie wir es vom zunehmenden Halbmond her kennen. Tief im Südosten hält sich Mars am Morgenhimmel auf, wobei sich sein Aufgang im Laufe des März verfrüht und seine Helligkeit leicht zunimmt. Zum Monatsende taucht der Ringplanet Saturn, der im Februar in Konjunktion zur Sonne stand, wieder am Morgenhimmel auf. Am 29.3. kommt es hierbei zu einer engen Begegnung mit der viel helleren Venus. Der bläulich schimmernde Uranus, generell nur mit Fernglas oder besser einem Teleskop sichtbar, hält sich im Sternbild Widder auf, wobei seine Sichtbarkeitsdauer im Laufe des Monats stark abnimmt.

Viel Freude beim Beobachten

Dr. Franz-Peter Schmidt, Verein Sternenpark Rhön e.V.