Schwan und Adler zieh‘n davon –
von Osten her kommt Orion

Unablässig dreht sich der Planet, auf dem wir leben, um sich selbst, schwebt mit 30 km/sec um seinen Mutterstern und bewirkt mit der Schräglage seiner Drehachse, dass gegen Jahresende die Tage immer kürzer und die Nächte länger werden. Durch seine empfindliche, mit kostbarer Atemluft angereicherte Lufthülle hindurch sehen wir im November von Osten nach Westen die Milchstraße, ein weißlich schimmerndes Band aus Tausenden von Sternen. Mit bloßem Auge können wir ein paar Hundert als einzelne weiße, blaue, gelbe oder rote Pünktchen erkennen – wenn keinerlei Kunstlicht stört.

Seit Urzeiten versuchen Menschen, Sterne zu Bildern zu fügen und mit Sagen und Legenden zu verbinden. Und so tummeln sich auch noch in moderner astronomischer Himmelswirklichkeit Gestalten, die – von Ost nach West der Milchstraße entlang – diese Namen tragen: Zwillinge, Fuhrmann, Perseus, Kassiopeia, Eidechse, Schwan, Leier, Delphin, Adler. Südlich davon zeigen sich Orion, Stier, Walfisch, Widder, Fische, Pegasus und Wassermann. Um den Polarstern im Norden kreisen zwei Bärinnen und ein Drache. Die ganze Himmelskuppel scheint sich langsam gegen den Uhrzeigersinn zu drehen, wobei im Osten immer neue Sterne aufgehen, während andere im Westen verschwinden. Es ist aber die Rotation der Erde, die diesen Eindruck vermittelt. Das Weltall um uns herum verändert sich so schnell nicht.
Von unseren Nachbarplaneten zeigt sich Mars in roter Robe abends bis kurz vor Mitternacht, Venus in silberhellem Gewand am frühen Morgen vor Sonnenaufgang. Auch Saturn kann im Südwesten am frühen Abend noch erblickt werden. Etwa denselben Weg wie die Planeten, von Nordost nach Südwest, nimmt der Mond, als Neumond am 7., als Vollmond am 23.11. Auf ihrer Bahn um die Sonne kreuzt die Erde zweimal den Kurs von Kometentrümmern. Das könnte Sternschnuppen auslösen, am ehesten am 4., 10. und 18.11., jeweils in der 2. Nachthälfte.
So führt uns der November-Nachthimmel aus sommerlicher Leichtigkeit mit Schwan und Adler zu herbstlicher Besinnlichkeit mit dem Sternbild Pegasus und weiter in festlichen Weihnachtsglanz – dazu mehr im Dezember. Viel Freude am verheißungsvoll-himmlischen Geschehen wünscht das Team des Sternenparks (www.sternenpark-rhoen.de) im Biosphärenreservat Rhön (rm/sf)