Planetenparade

Während sich die hellen Sterne Wega, Deneb und Altair, die das Sommerdreieck bilden, so langsam gegen Westen neigen, dominieren die drei Planeten Mars, Jupiter und Saturn das Geschehen am nächtlichen Sternenhimmel.

Mars steigert im Laufe des Monats seine Helligkeit und wird hierbei zu einem der hellsten Objekte am Nachthimmel. Glanzpunkt ist jedoch der noch deutlich hellere Jupiter. Beide Planeten stehen im September in Opposition zur Sonne und bieten somit günstigste Bedingungen zur Beobachtung. Mit dem Fernglas lassen sich bei Jupiter seine vier Hauptmonde erblicken. Saturn hat im Vergleich zum Vormonat leicht in seiner Helligkeit abgenommen und kann nach Einbruch der Dunkelheit im Südosten beobachtet werden.

Auch wenn das Farbempfinden des menschlichen Auges in der Nacht stark nachlässt sind die drei Planeten anhand ihrer Farben gut zu unterscheiden, was eine Hilfe beim Aufsuchen ist. Während der Mars rötlich strahlt, erscheint der Saturn ockerfarben und der Jupiter in einem hellgelblichen Licht. Der bläuliche Uranus, der nur mit Fernglas oder Teleskop aufgesucht werden kann, wird am 14.09. vom abnehmenden Mond bedeckt.

Der Mond nimmt im Laufe der ersten Monatshälfte zu, Vollmond ist dann am 10.9. Das nächste Neumondstadium wird dann am 25.9., zwei Tage nach Herbstanfang, erreicht.

Am Fixsternhimmel ist bei guter Sicht tief im Süden unterhalb der Sternbilder Steinbock und Wassermann das Sternbild Südlicher Fisch mit seinem Hauptstern Fomalhaut zu sehen. Fomalhaut ist ein Stern des Spektraltyps A3 mit 1,7 fachem Sonnendurchmesser und steht in 25 Lichtjahren Entfernung zur Sonne. Damit gehört er wie die helle Wega in 27 Lichtjahren Entfernung zu unserer näheren kosmischen Heimat. Im Vergleich zur Sonne mit einem Alter von ca. 5 Milliarden Jahren handelt es sich bei Fomalhaut mit einem Alter von 200 Millionen Jahren allerdings um einen noch recht jungen Stern, der sich verglichen mit unserer Sonne, quasi noch im Kleinkindalter befindet.

Am südöstlichen Horizont beginnt im September das Quadrat des Sternbildes Pegasus den Himmel zu erobern. Im Anschluss findet sich im Nordosten die Sternenkette der Andromeda mit dem berühmten Andromedanebel, der uns am nächsten gelegenen Galaxie. Diese ist wie unsere Milchstraße ein Mitglied der sogenannten „Lokalen Gruppe“, die aus mehreren Galaxien und Nebeln besteht.

An periodischen Sternschnuppenströmen sind die Alpha-Aurigiden erwähnenswert, die schon am 1.9. ihr Maximum erreichen und auf den Kometen C/1911 N1 (Kiess) zurückzuführen sind.

Viel Spaß beim Beobachten und clear skies wünschen

Text: Sabine Frank  und Dr. Franz-Peter Schmidt, Sternenpark Rhön
Grafiken: Vereinigung der Sternfreunde e.V.